Vocable

Athlete Injury Reintegration

Reintegration nach Sportverletzungen

Situation

A sports psychologist evaluates the mental barriers professional skiers face when returning to high-speed competition after a crash.

Deutsch

Nach dem schweren Sturz auf der berüchtigten Streif-Abfahrt ist es nur allzu verständlich, dass der Athlet die Angst vor der extremen Geschwindigkeit halt verinnerlicht hat. Seine Leistungen im aktuellen Training sind momentan eher mau, was bei seinem sonstigen skifahrerischen Genius doch sehr überrascht. Wir müssen ernsthaft in Betracht ziehen, dass ihm durch den Unfall ein traumatisches Ereignis widerfahren ist, welches ihn nachhaltig traumatisieren konnte. Die enorme Wucht des Aufpralls hat nicht nur seine Knochen gebrochen, sondern auch sein inneres Bildnis als unbezwingbarer Champion erschüttert. Man darf keinesfalls verleugnen, dass der Schneid, den er früher in jeder Kurve bewies, nun einer psychischen Disposition zur übermäßigen Vorsicht gewichen ist. Im Rahmen der Verhaltenstherapie arbeiten wir intensiv daran, die imaginär empfundene Gefahr objektiv von der realen Beschaffenheit der Piste zu trennen. Sein verständlicher Unmut über die langsame Rückkehr zur alten Bestform kommt in unseren Sitzungen häufig zum Ausdruck. Es ist ja allgemein bekannt, dass der Kopf eine entscheidende Rolle spielt, wenn man sich wieder auf eine Hochtour der körperlichen Belastung begibt. Er darf sich nicht wie ein rücksichtsloser Barbar gegen die Signale seines eigenen Körpers verhalten, nur um die Erwartungen der Sponsoren zu erfüllen. Der drohende Verfall seiner Weltranglistenposition bereitet ihm schlaflose Nächte, doch er muss diesen mentalen Druck eben akzeptieren. Es bringt nichts, das eigene Gedächtnis zu foltern, indem man jedes Detail des Sturzes tausendmal in Gedanken durchspielt. Letztlich muss er wieder das nötige Wohlwollen gegenüber sich selbst finden, um sein wahres Können erneut unter Beweis zu stellen.

English

After the heavy crash on the notorious Streif downhill, it is all too understandable that the athlete has simply internalized the fear of extreme speed. His performance in current training is rather poor at the moment, which is quite surprising given his usual skiing genius. We must seriously take into consideration that a traumatic event occurred to him through the accident, which was able to traumatize him lastingly. The enormous force of the impact not only broke his bones but also shattered his inner image as an invincible champion. One must by no means deny that the grit he used to demonstrate in every turn has now given way to a psychological disposition toward excessive caution. Within the framework of behavioral therapy, we are working intensively on objectively separating the imaginarily perceived danger from the real condition of the slope. His understandable resentment regarding the slow return to his former peak form is frequently expressed in our sessions. It is, after all, common knowledge that the mind plays a decisive role when embarking once again on a high-intensity peak of physical exertion. He must not behave like a reckless barbarian toward his own body's signals just to meet the expectations of sponsors. The looming decline of his world ranking position causes him sleepless nights, but he simply has to accept this mental pressure. There is no use in torturing one's own memory by replaying every detail of the crash a thousand times in one's mind. Ultimately, he must find the necessary benevolence toward himself again in order to put his true ability to the test once more.

Grammar Used

Modalpartikeln (ja, doch, eben, halt) Funktionsverbgefüge (in Betracht ziehen, zum Ausdruck kommen, unter Beweis stellen) Passiv-Ersatzformen (lässt sich... trennen) Partizipialattribute Konjunktiv II in der indirekten Rede/Hypothese